Von Südwest bis Namibia
Historisch und philatelistisch
Jeder Staat hat einen historischen Hintergrund, den man anhand von Briefmarken und anderen postalischen Dingen belegen kann. Ansprechende Briefmarkenausgaben sind Werbeträger für das herausgebende Land und dafür bestens geeignet; hier ein Versuch, Historie und Philatelie zu verbinden.
Die Landschaft
Das afrikanische Hochland erstreckt sich von der Grenze Angolas bis hinunter an die Republik Südafrika. Es wird im Wesentlichen bestimmt durch die Sand- und Steinwüste Namib und durch die trockene Kalahari-Beckenlandschaft.
Karge Landschaft:
Ausgabe Sehenswürdigkeiten 1988
Trockenfluß Sossusvlei und Sandhügel
Das Klima zeichnet sich aus durch große Regenarmut und beträchtliche Temperaturunterschiede. Die Pflanzenwelt ist spärlich, die Küstenwüste fast vegetationslos. Der Rand des Hochlandes ist zum Teil von lichten Buschwäldern (Akazien, Mimosen) bedeckt. Die Tierwelt zählt Antilopen, Strauße, Trappen, Rebhühner, Zebras, Giraffen, Elefanten, ferner Leoparden, Schakale und Hyänen.
Das Hartmann-Bergzebra (Equus zebra hartmannae), eines der wildlebenden
Tierarten in Südwestafrika auf einer Ausgabe der dritten Dezimalfreimarkenserie
ab 1. Oktober 1980. Die farbigen Kästchen samt Zahlen am Rand zeigen
die verwendeten Farben und geben Rückschluß auf die
unterschiedlichen Druckdaten, insbesondere bei Dauerserien.
Das Volk
Die Bevölkerung besteht aus Buschmännern und Bergdama, die Sammler und Jäger sind. Bantu, Herero und Ovambo treiben Viehzucht und Ackerbau. Daneben leben noch nomadisierende Hottentotten und eine Mischung von Hottentotten und Buren. Weiße (Buren, Deutsche, Engländer) treten auf als Farmer, Kaufleute, Handwerker und Lehrer.
Buschmänner sind ein Teil der Bevölkerung.
Hier zeigen die Marken die Haartracht
der Buschfrauen auf einer Serie aus 1984.
Wirtschaftlich richtet sich das Land aus an der Viehzucht
(Rinder/Karakulschafe), dem Bergbau mit Kupfer,
Diamanten, Zinn und Vanadium.
Die Landwirtschaft in Namibia zeigen die Marken auf dem
Ersttagsbrief vom 11. Oktober 1990: Maisfeld, Sanga-Rind,
Damara-Schaf und ein landesübliches Bewässerungssystem.
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Das Mineral "Boldwoodit" aus Südwestafrika, dargestellt auf einer 18c Marke
aus Freimarkenserie Mineralien und Bergwerke aus November 1980.
Die linke Marke zeigt eine falsche Formel des Minerals. Deswegen
wurde ein Jahr später eine korrigierte Marke herausgegeben.
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Falsche Formel
Korrigierte Formel
Zur Geschichte des Landes
1883 wurde von Franz Adolf Eduard Lüderitz das Gebiet von Angra Pequena, heute Lüderitzbucht, und das dahinter liegende Gebiet, nach ihm "Lüderitzland“ genannt, erworben. Es wurde 1884 unter deutschen Schutz gestellt. Das Mandat endete während des 1. Weltkrieges am 9. Juli 1915. Fünf Wochen später ist ganz Südwestafrika von der Südafrikanischen Union besetzt.
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Zum 100. Jahrestag der Gründung von Lüderitz wurde
u.a. eine Briefmarke mit dem Kopfbild
von Adolf Lüderitz am 16. März 1983 herausgegeben
Das vormals Deutsch-Südwestafrika genannte Land wurde 1920 unter Völkerbundmandat gestellt und der Südafrikanischen Union zur Verwaltung überlassen. Diese Treuhandschaft der UNO wurde von der Union, die Südwest-Afrika als Provinz eingliederte, nicht anerkannt. Auch der Entzug des Mandates ignorierte die Republik Südafrika. Am 21. März 1990 aber wurde dieses Land als Namibia unabhängig. Hauptstadt ist Windhuk.
Zur Unabhängigkeit wurden drei Marken mit dem Bild des
Staatspräsidenten Sam Nujoma, der Karte von Namibia
und der Staatsflagge am 21. März 1990 herausgeben
Das Markenland Südwest
Die deutsche Post wurde am 7. Juli 1888 in Südwest eingerichtet. Verwendet wurde zunächst Briefmarken des Mutterlandes Deutschland. Zu erkennen sind diese Verwendungen an den Abstempelungen auf Freimarken „Pfennig“ und „Adler-Ausgabe“. Ab 1897 gab es dann Aushilfsausgaben mit zweizeiligem Aufdruck Deutsch-Südwest-Afrika und ab 1898 Südwestafrika in einem Wort.
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Provisorische Aufdruckausgaben mit zweizeiligem Aufdruck,
links Südwestafrika in zwei Worten,
rechts in einem Wort auf Reichspostmarkenausgabe von 1889.
1900 folgte die Freimarken-Ausgabe „Kolonial-Schiffszeichnung“ mit der Kaiserjacht SMS „Hohenzollern“ ohne Wasserzeichen. Diese Marken wurden 1906 mit Wasserzeichen Rauten noch einmal verausgabt. Die Werte zu 1 Mk, 2 Mk, 3 Mk und 5 MK wurden allerdings nur am Sammlerschalter in Berlin verkauft.
Freimarke aus November 1900 ohne Wasserzeichen,
Kolonial-Schiffszeichnung Kaiserjacht SMS "Hohenzollern"
In der philatelistischen Sprache heißen diese Marken „Schaltersatz“. Insgesamt waren 147 verschiedene Marken der deutschen Auslandspostanstalten und Kolonien nach Kriegsausbruch (1914) und bis zur Schließung der Verkaufsstelle für Kolonialpostwertzeichen in Berlin noch vorrätig und wurden auf Wunsch geschlossen an Sammler abgegeben und kommen deshalb als Schaltersatz nur ungebraucht vor. Da einige Postämter im Ausland und den Kolonien noch eine Zeitlang weiterarbeiteten, gibt es verschiedene Werte des Schaltersatzes auch gebraucht.
Deutsche Feldpost
Die Blaudruckkarte zeigt die Feldpoststation "Ledderkopp".
Aufgabeort war "AUS" am 15.5.1907. Die Feldpostkarte
ging nach Waltershausen in Thüringen an Heinrich Wenzel:
"Lieber Kamerad! Am Strand des Fischflußes Deiner gedenkend,
sendet Dir die herzl. Grüße. Reiter Max Liebold". Vorderseite:
"Die Welt ist groß, die Welt ist schön, wer weiß wann wir
uns Wiedersehen. Dein treuer Freund Max Liebold"
Südwestafrika Mandatsgebiet
Bis zur Ausgabe der ersten Überdruckmarken wurden ab 1915 Marken
von Südafrika verwendet. Diese Vorläuferausgaben sind an den
Südwest-Poststempeln, hier "Swakopmund", zu erkennen.
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Penny-Ausgabe mit zweisprachigem Überdruck auf Kopfausgabe Georg V.,
rechts Rückseite mit klarem Wasserzeichen "Springbock"
Die deutschen Marken wurden von Marken Südafrikas abgelöst. Diese Marken sind wiederum nur an den Abstempelungen zu erkennen. Es folgte 1923 die Freimarken-Aushilfs-Ausgabe mit dem Kopfbild König Georg V. von Südafrika, überdruckt mit dem englischen oder afrikaanschen Landesnamen zweizeilig schwarz. 1931 folgten Marken mit englischen oder afrikaanschen Inschriften abwechselnd im Bogen. Ab 1949 wurden zweisprachige Briefmarken verausgabt.
Paar mit englischen und afrikaansen Inschriften,
Wasserzeichen Springbockkopf mehrfach aus der
Freimarkenserie von 1931 mit einheimischen Darstellungen,
hier "Riesentrappe/Kori Bustard" (Choriotis kori).
Namibia
Am 21. März 1990 endete die Ära der Südwest-Briefmarken mit der Gründung des Staates Namibia, dessen Hauptstadt nun Windhoek heißt. Die Währung wurde von südafrikanischen Rand auf Namibia-Dollar umgestellt. Die Landesbezeichnung auf den Briefmarken heißt nun ebenfalls „Namibia“.
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Blockausgabe aus der Serie Sehenswürdigkeiten vom 26. April 1990
mit einem Dolorithügel bei Vratteveld/Warzenfeld. Abgabepreis
des Blocks war 1,50R. Der Zuschlag zugunsten des namibischen
Philatelisten Verbandes wurde auf dem Block nicht angeben.
Rechts Marken in Blockform zu "100 Jahre Swakopmund" 1992.
Aufschlußreichere Auskünfte geben die einschlägigen Veröffentlichungen
und Berichterstattungen über diese Region und den Staat Namibia.
Der Bericht kann zwangsläufig nur einen Auszug wiedergeben.
Er soll Anregung sein, sich mit anderen Ländern und
deren Menschen zu beschäftigen und dient dem
besseren Verständnis der Menschen untereinander.
Viel Freude beim gemeinsamen Steckenpferd